Animationen - do-it-yourself - Webvideo Basis

Das Videocamp bot ein sehr weites Spektrum an konzeptionellen, formalen und auch technischen Themen. Hier nun ein Basis-Technik-Thema, was mich schon lange interessierte. Ideen zur Animation von Infografiken zu Social Media, Was-ist-eigentlich-Fundraising oder Fundraising-via-Facebook treiben mich schon länger um. Meine Hoffnung auf dem Videocamp Profis zu treffen, die sich genau mit diesem Thema auskennen, hat sich mehr als erfüllt.

Das Thema

Kennen Sie/Ihr die charmanten Videos von Common Craft? Hier als Beispiel “Was ist Social Media?”

Was sagen die Profis dazu? Ist so ein Video wirklich so leicht umzusetzen? So habe ich  im Vorfeld des dritten Videocamps als Themenvorschlag folgendes gepostet:

“Animationen – Do it yourself – Sessiongeber gesucht: Wer hat Erfahrungen damit oder schon Animationen, vielleicht im Stil von commoncraft.com) gemacht? Je einfacher desto besser!”

Die Sessiongeber

Die Überraschung kam bei der Session-Planung: Tobias Günther (Elaspix, Twinterwald) und Fritz Gnad (feezenfreezen.de) erfahrene Animations-Professionals hatten auch Interesse am Thema. Mit ca. 10 Teilnehmern starteten wir die Session.

Tobias Günther stellte später auf dem Camp auch sein Projekt Twinterwald vor. Twinterwald visualisiert sehr poetisch die Reichweite der eigenen Twitter-Follower.

twinterwald_fundraising20

Hier ist der twinterwald von fundraising20

Fritz Gnad (feezenfreezen.de) stellte am Beispiel seiner Arbeiten und seines autodidaktischen Lernens viele verschiedenste visuelle Ausdrucksmöglichkeiten vor. Hier einige Beispiele seiner Arbeit:

Motion Design & Post-Production Reel 2010 – Fritz Gnad from feezen//freezen on Vimeo.

Mit Geduld und Spucke:  Stopmotion

Stopmotion-Filme (was ist stopmotion?) mit zwischen 10 – 15 Bildern pro Sekunde lassen sich z.B. mittels IStopMotion (nur Mac) einfach realisieren. Das können Fotos sein, Zeichnungen oder einzelne Elemente wie bei den Common Craft Videos, die Bild für Bild fotografiert und in der Abfolge animiert werden.
Wichtig bei dieser Arbeit ist
1. viel Geduld (10-15 Bilder pro Sekunde, das sind bei 2 Minuten = 120 Sekunden x 12 Einzelbilder = 1440 Einzelbilder!),
2. möglichst in einem Rutsch zu arbeiten, damit sich die Elemente über Nacht z.B. nicht verschieben und
3. eine gute Geschichte, gute Konzeption (wie immer!).

Einmalig gut: PowerPoint und Screencast

Tobias Günther nutzt (zu aller Überraschung) PowerPoint und eine Screencast-Software als Animations-Software. Speziell um schnell und skizzenhaft, ähnlich einem Storyboard, eine Idee auszuprobieren. Ganz kurz beschrieben geht das so:

1. Er erstellt eine ca. 5000 Pixel lange Folie mit PowerPoint. Je nach Länge des Videos wird die Folie auch länger.

2. Auf dieser Folie legt er sich oben und unten die zu animierenden Elemente zurecht. Nur der Mittelteil der Folie wird mit einer Screencast-Software aufgenommen.

3. Er schreibt den Text, konzpiert die Visualisierung und die einzelnen Elemente und nimmt dann einen Screencast wie folgt auf: Während er beschreibend spricht, schiebt er die lange Folie langsam nach links und zieht die Elemente ins Bild. Das Ergebnis ist sehr im Stil der Common Craft Videos. Jeder kann mit PhotoShop oder anderer Software die einzelnen Elemente und den Hintergrund individuell gestalten.

Während der Session gab es interessante Diskussionen mit ergänzenden Tipps zur Bildgestaltung, Software, Licht und zum Zeitaufwand.

Rundum: Ich kann es kaum erwarten loszulegen!

Herzlichen Dank an Tobias Günther, Fritz Gnad und den Teilnehmern für unsere gemeinsame Session!